Gutachter sehen leichte Preissteigerungen vor allem bei älteren Gebrauchtimmobilien in Wilhelmshaven

Wilhelmshavener Zeitung, 9. Februar 2017

Der Markt für Wohnimmobilien bewegt sich in Wilhelmshaven uneinheitlich. Die Preise sind leicht gestiegen. Das ist dem neuen Grundstücksmarktbericht zu entnehmen.

Von Hartmut Siefken

Die Anzahl der im Jahr 2016 verkauften Bauplätze für den individuellen Wohnungsbau ging in Wilhelmshaven im Jahr 2016 um 30 Prozent zurück. Den Grund sieht der Gutachterausschuss, der gestern in Aurich beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) den neuesten Grundstücksmarktbericht vorstellte, im geringen Angebot.

Vier baureife Gewerbebaugrundstücke wurden im Berichtsjahr 2016 in Wilhelmshaven verkauft. Bei den land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken gab es für Wilhelmshavener Verhältnisse erhebliche Bewegung im Markt. Die Zahl der Kaufverträge stieg von 7 auf 10, wobei 42 Hektar Grund den Eigentümer wechselten.

Die Verkaufszahl von freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern stieg in Wilhelmshaven auf 172 (+ 2 Prozent). Der durchschnittliche Kaufpreis betrug für Häuser bis Baujahr 1945 rund 119 000 Euro, bis Baujahr 1969 rund 135 000 Euro, bis Baujahr 1984 rund 169 000 Euro, bis Baujahr 1999 rund 204 000 Euro und bis Baujahr 2013 rund 218 000 Euro. Während die älteren Häuser im Preis leicht gestiegen sind, sanken  die Preise für die beiden zweitjüngsten genannten Kategorien leicht.

Bei  den Reihenhäusern und Doppelhaushälften wurden im Jahr 2016 auch in Wilhelmshaven in etwa die Vorjahresumsätze erreicht. 110 Kaufverträge wurden beurkundet, das sind drei Prozent weniger als im Vorjahr. Ähnlich sah es  bei den Wohnungsverkäufen aus. Hier ergab sich in Wilhelmshaven ein Rückgang um vier Prozent auf 327 Verkäufe.

Neue Angebote aus Wilhelmshaven kostenlos per E-Mail

Neben der wirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Bevölkerungsentwicklung ein wesentlicher den  Immobilienmarkt beeinflussender Faktor, heißt es im Grundstücksmarktbericht. Die Verschiebungen beim Altersaufbau der Bevölkerung
wirken sich demnach auf den Immobilienmarkt derart aus, dass im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten immer weniger Immobilien aus Anlass einer Familiengründung erworben werden. Vielmehr werde sich der Immobilienmarkt auf die Wohnbedürfnisse von Älteren einstellen  müssen. Häuser und Wohnungen in zentraler Lage, mit kleinerem Grundstück, barrierefreier Einrichtung, für ein bis zwei Personen werden, so die Prognose der Gutachter, immer stärker nachgefragt.

Die  zukünftige  Bevölkerungsentwicklung wird maßgeblich davon abhängen, ob das Geburtendefizit durch Zuzüge ausgeglichen  werden kann. Im Vergleich zu anderen Landesteilen sehen die verschiedenen Prognosen Friesland/Wilhelmshaven und Ostfriesland aufgrund seiner landschaftlichen Reize im Vorteil. Gerade der Zuzug von Älteren aus den Ballungsgebieten kann nach Auffassung der Immobilien-Experten einen rapiden Bevölkerungsrückgang, wie in anderen Landesteilen  schon  erkennbar, verhindern oder zumindest dämpfen.

Die Prognosen lassen nach Ansicht des Gutachterausschusses eine weitgehend stabile bis leicht sinkende Einwohneranzahl bis 2030 erwarten, wobei in den östlichen Bereichen  (Friesland,  Wilhelmshaven) mit prognostizierten 4,7 Prozent der Bevölkerungsrückgang größer als in den westlichen Bereichen ist.

Der Grundstücksmarktbericht 2017 ist in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bei der Regionaldirektion Aurich des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) ab März 2016 für 50 Euro  erhältlich. Im Internet kann der Grundstücksmarktbericht unter der unten angegebenen Adresse für 40 Euro heruntergeladen werden.